Aufbau und Funktion der Haut
Die Barrierefunktion der Haut
Die Hornschicht stellt eine gute physikalische Barriere dar. Zu den überaus wichtigen Funktionen gehören einerseits die Abwehr von Fremdstoffen wie Chemikalien und Mikroorganismen und andererseits der Schutz vor Wasserverlust aus dem Körper. Die Barrierezone der Oberhaut liegt zwischen der Körnerzellschicht und der Hornschicht. Zu 90% wird die Barrierefunktion von den abgestorbenen Hornzellen übernommen. Die von den Keratinozyten freigesetzte fetthaltige Substanz schließt dabei die Zellzwischenräume wasserdicht ab. Für die Barrierefunktion der Hornschicht ist ihr Wassergehalt von großer Bedeutung. Auf der Haut liegt ein Wasser-Fett-Film, der auch als „Säureschutzmantel“ bezeichnet wird. Durch natürliche Emulgatoren sind in dem Film die Wasser- und die Fettphase miteinander verbunden. Es entsteht eine Emulsion, die sich gut auf der Haut verteilt und sie geschmeidig hält. Die wässrige Phase stammt zum größten Teil aus dem Schweiß. Sie enthält Aminosäuren, die zur Pufferkapazität der Haut beitragen, indem sie schwache Säuren und Laugen in ihrer Schadwirkung abmildern. Die Fette stammen zum größten Teil aus den Talgdrüsen der Haut. Der Wasser-Fett-Film stellt zusammen mit der Kittsubstanz und den in der Hornschicht enthaltenen, Wasser bindenden Substanzen einen wichtigen Schutzmechanismus gegen die Austrocknung der Haut dar. Wird die Haut entfettet, können auch die Wasser bindenden Substanzen leicht ausgewaschen werden, was letztendlich zur Austrocknung der Haut führt. Zudem wird durch den Wasser-Fett-Film mit seinem pH-Wert um 5,5 ein für Mikroorganismen ungünstiges Milieu geschaffen. Für den Körper ungefährliche Keime befinden sich jedoch immer auf der Haut und können sogar das Wachstum krankmachender Keime unterdrücken. Eine absolute Keimfreiheit der Haut ist daher unerwünscht.
Die Barrierefunktion der Hornschicht weist Lücken auf, um einen minimalen Stoffaustausch zwischen dem Organismus und der Umwelt zu gewährleisten. Durch diese Lücken können jedoch auch unerwünschte Stoffe in den Körper eindringen, wobei fettlösliche vor wasserlöslichen bevorzugt aufgenommen werden. Die Hornschicht ist sehr widerstandsfähig gegen viele Chemikalien. Organische Lösungsmittel und Tenside bewirken jedoch ein Auswaschen der Fette und schädigen die Zellmembranen. Hornzellen können viel Wasser binden. Bei längerem Wasserkontakt (Feuchtarbeit) kommt es zu einer Quellung der Hornschicht, wobei sich ihre physikalischen Eigenschaften drastisch ändern. Die Reißfestigkeit der Haut nimmt ab und der Zellzusammenhang wird gelockert.

Letztendlich führt die Quellung zum Austrocknen der Haut. Das Wasser verdunstet, weil die Wasser bindenden Substanzen ausgewaschen wurden. Schadstoffe haben es nun wesentlich leichter, durch die Hornschicht in den Körper einzudringen und z.B. Entzündungen auszulösen. Die Störung der Barrierefunktion wird von den Betroffenen zunächst gar nicht wahrgenommen. Sie ist aber häufig der Beginn einer ernsthaften Hauterkrankung. Trockene und raue Haut sind erste Anzeichen der herabgesetzten Leistungsfähigkeit der hauteigenen Schutzmechanismen. Nur bei regelmäßigem Schutz und Pflege bleibt die normale Funktionsfähigkeit der Haut erhalten.